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Das blauweiße Gebäude mit dem blauweißen Zaun ist ein wohltuender Farbfleck im ansonsten grauen Einerlei der Krasnoarmeijskajastraße. Die Mitarbeiter des Kulturzentrums für die deutsche Minderheit in der Region haben in Eigenregie Verschönerungsarbeiten unternommen, damit das Haus beim Gründungsjubiläum der Stadt angemessen mithalten kann. Warum man selbst Hand angelegt und nicht die zuständige Verwaltung um Hilfe gebeten hat, erklärt der Leiter des Hauses, Viktor Adam. Man habe nicht den Eindruck erwecken wollen, von der Administration besondere Vergünstigungen zu erhalten. Immerhin sei der Gebietsgouverneur, der parteilose Viktor Kress, seinerseits deutscher Herkunft. Das dürfe allerdings nicht die Vermutung nähren, dadurch erhalte die deutsche Bevölkerungsgruppe Vorteile anderen gegenüber.
Das Russisch-Deutsche Haus (RDH) besteht seit März 1996 in dem 102 Jahre alten denkmalgeschützten Villengebäude. Aus einer kleinen Straßenumfrage, die Teilnehmer eines Journalistenseminars kürzlich durchführten, geht hervor, dass das Haus bei gut der Hälfte der Tomsker Bevölkerung bekannt ist. Doch längst nicht alle kennen das Veranstaltungsangebot und die Aktivitäten des Hauses. Viktor Adam spielt daher mit dem Gedanken, hier das Café Baden-Baden wiederzueröffnen, das eine Zeit lang deutsche Speisen und Getränke angeboten hatte und später geschlossen wurde. Auf diese Weise könne das RDH in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden und zugleich eine neue Einnahmequelle erschließen.
Die 400-Jahrfeierlichkeiten von Tomsk, die Anfang September stattfinden sollten, waren überschattet von dem Geiseldrama in Beslan. Daher verzichtete man in der Stadt auf publikumswirksame Veranstaltungen. (© ORNIS, 15. September 2004)
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